Am 4.Dezember 2011 versammelten wir uns an dem Ort, wo die Juden und Krimtschaken von Feodossija in einem riesigen Panzersperrgraben erschossen worden waren. Bis zum heutigen Tage leben in Feodossija Personen, die mit ihren Händen diesen berüchtigten Panzersperrgraben ausgehoben haben. Den Graben, der zum Grab für jene wurde, die nur dessen schuldig waren, nicht als Arier, sondern als Juden oder Krimtschaken geboren worden zu sein. Bis heute erinnern sich die Alteingesessenen, wie sich hier nach der Erschießung mehrere Tage lang die Erde bewegte, Stöhnen zu hören war …
Heute befindet sich an diesem Ort eine Grünanlage mit dem Denkmal für die Opfer des Holocaust. Wir kommen seit vielen Jahren hierher. Wir kamen auch an diesem Gedenktag, um das Andenken unserer Brüder zu ehren, die vor genau 70 Jahren durch die Nazis und ihre Handlanger den Märtyrertod erlitten.

Am Vorabend des 70.Jahrestages des Beginns des Holocaust in Lettland gab die Lettische Post eine Sondermarke zu Ehren von Žanis Lipke (1900-1987) heraus, der in den Jahren der faschistischen Okkupation 55 lettische Juden gerettet hat. Die Briefmarke wurde am 4.Juli 2011 in der Žanis-Lipke-Gedenkstätte in Riga vorgestellt. Für den Ersttagsbrief war ein besonderer Stempel angefertigt worden. Auf der Marke ist ein Foto des jungen Lipke zu sehen, daneben ein Ausschnitt der hebräischen Urkunde, mit der Israel ihn als „Gerechten unter den Völkern“ ehrt. Die Briefmarke hat einen Nennwert von 60 Santīmu und erscheint in einer Auflage von 200.000 Exemplaren. Für das Erscheinen dieser Sondermarke hat sich insbesondere der Historiker und Direktor des Museums für die Geschichte der Juden Lettgallens in Daugavpils (Dünaburg), Iosif Rotschko, eingesetzt.